Ernährung in der Kita

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Das Essen zu Hause und in der Kita sollte sich sinnvoll ergänzen. Das erfordert klare Regeln und eine gutes Zusammenspiel aller Beteiligten.

Kinder in einer Kita © Corbis Images
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Eltern und Erziehungskräfte sind mit den Kindern gemeinsam für eine gesunde Ernährung verantwortlich

Spätestens, wenn Ihr Kind eine Tageeinrichtung besucht oder in die Tagespflege kommt, sind Sie als Eltern nicht mehr allein für seine Ernährung verantwortlich. Um eine ausgewogene Ernährung gewährleisten zu können, müssen nun alle Beteiligten zusammenarbeiten und klare Regeln vereinbaren.

Je nachdem, um welche Einrichtung es sich handelt und wie lange Ihr Kind dort verweilt, unterscheiden sich auch die Verpflegungsbedürfnisse. So sollten folgende Punkte geklärt werden:

  • Sollte Ihr Kind schon zu Hause das erste Mal gefrühstückt haben?
  • Bringt jedes Kind ein eigenes Frühstück mit oder werden die Frühstücke gemeinsam geplant?
  • Wird in Kleingruppen oder in der Großgruppe gefrühstückt?
  • Wie sollte ein mitgebrachtes Pausenbrot aussehen?
  • Wie wird mit Süßigkeiten, Kuchen und Ähnlichem umgegangen?
  • Wie sieht die Mittagsverpflegung aus?
  • Wie sollte der Nachmittagssnack aussehen?
  • Welche Getränke werden mitgebracht beziehungsweise vor Ort angeboten?
  • Werden nach den Mahlzeiten die Zähne geputzt?
  • Muss bei der Ernährung Ihres Kindes etwas Besonderes beachtet werden, zum Beispiel aufgrund einer Lebensmittelallergie oder Neurodermitis oder aus religiösen Gründen?

In der Praxis ist eine gemeinsame Festlegung und konsequente Einhaltung der unterschiedlichen Vorstellungen und Regeln oft nicht einfach. Hier können neutrale Fachleute der Ernährungsberatung von außen oft einfacher Empfehlungen aussprechen und helfen, Kompromisse zu finden.

Doch nicht nur das Was, auch das Wie sollte bei den gemeinsamen Überlegungen zum Essen zur Sprache kommen. Denn auch, was die Freude, das Interesse und die Mitverantwortung des Kindes in Sachen Essen betrifft, übernimmt die Tageseinrichtung eine wichtige Rolle. Die Kinder sollten zum Beispiel Gelegenheit bekommen, das Essen mitzuplanen und bei der Arbeit zu helfen: Sie dürfen ab und zu bestimmen, welche ihrer Lieblingsmahlzeiten mittags serviert wird oder beim Zubereiten der Speisen aktiv mithelfen – sie sind mitverantwortlich. Sie basteln die Dekoration, decken und räumen die Tische ab oder singen ein Lied zu Beginn des Essens. So wird das Essen zu einer gemeinsamen Sache, die allen Spaß macht und an dessen Gelingen jeder seinen Anteil hat.

Ein gemeinsames Frühstück zu Hause bringt gute Laune für den Tag

Kinder brauchen morgens unterschiedlich viel Zeit, um richtig wach zu werden und in Ruhe frühstücken zu können. Die Zeit zwischen Aufstehen und Verlassen des Hauses sollte danach ausgerichtet werden. Alleine zu frühstücken macht Kindern halb so viel Spaß, daher sollten Sie nach Möglichkeit gemeinsam mit Ihrem Kind frühstücken.

Wenn Sie selbst Wert auf ein gesundes Frühstück an einem schön gedeckten Tisch legen, um gestärkt in den Tag zu starten, wird auch Ihr Kind dies gerne tun. Damit dies gelingt, verteilen Sie am besten die Aufgaben: Ein Familienmitglied zerkleinert etwas Obst und Gemüse, ein anderes ist für das Brotschneiden und den Belag zuständig und so weiter. So wird Frühstückmachen nicht zum Eltern- und Kinderstress.

Das beste Brot zum Mitnehmen: lecker, interessant und selbst gemacht

Die Größe des zweiten Frühstücks richtet sich danach, wie üppig das erste Frühstück zu Hause ausfällt. Wenn das zweite Frühstück nicht von der Einrichtung organisiert wird, muss hier also die Familie für eine ausgewogene Pausenmahlzeit sorgen. Diese gibt dem Kind den Energieschub für die zweite Morgenhälfte.

Da das zweite Frühstück lediglich die Zeit bis zum Mittagessen überbrückt, sollte es jedoch nicht zu groß ausfallen. Ihr Kind fühlt sich sonst entweder überfordert, so viel zu essen, oder es isst dann auch tatsächlich einfach zu viel.

Schöne Brotdosen, in denen das Pausenbrot appetitlich angerichtet ist, machen Ihrem Kind sicherlich besonders viel Lust auf den Inhalt. Und damit es auch wirklich schmeckt, sollten Sie wissen:

  • Vollkornbrote halten länger satt und versorgen das Kind mit reichlich Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen für den langen Tag.
  • Die Brote schmecken besonders frisch, wenn sie mit Salatblättern oder Gurkenscheiben belegt werden.
  • Beliebt sind auch kleine Cocktailtomaten, Paprikastreifen, Karotten- und Obstwürfel und Zwieback in den bunten Dosen.
  • Natürlich darf auch ab und zu eine kleine Überraschung nicht fehlen: ein wenig Studentenfutter, eine Luftschlange, ein Klebebild oder eine lustige Serviette.

Ihr Kind sollte nach und nach immer mehr mitbestimmen dürfen, was in seine Pausenbrotdose kommt. Dabei kann es Brote und Gemüsestifte schon bald selbst zubereiten und sollte dies auch tun. Schokoriegel, Joghurtprodukte mit viel Zucker und Bonbons haben allerdings eher nichts in der Pausenbrotdose zu suchen.

Das zweite Frühstück in der Einrichtung: gesund und spaßig soll es sein

Einige Tageseinrichtungen organisieren das zweite Frühstück für die Kinder selbst. Geeignet für ein gesundes zweites Frühstück sind:

  • Frisches Obst (zum Beispiel Obststücke, Obstsalat, Obstspieße),
  • Gemüse (zum Beispiel kleine Tomaten, Gemüsestifte),
  • kleine Milchspeisen (zum Beispiel Milch-Obst-Shakes, Kräuterquark, Naturjoghurt mit Obst, Obstquark, Milchreis usw.),
  • Getreideprodukte wie Brot oder Brötchen, möglichst aus Vollkorn, sowie Haferflocken, Cornflakes und Müsli ohne Zucker,
  • Brotbeläge wie Margarine oder Quark mit Marmelade, Frischkäse und ab und zu Nussnugatcreme, Erdnussbutter oder Zuckerrübensirup,
  • Getränke, wie zum Beispiel Leitungswasser und Mineralwasser, Kräuter- oder Früchtetee, Saftschorlen.

Auch hier sollten die Kinder aktiv sein und dazulernen können: Sie füllen die Getränkebecher für andere Kinder, bestreichen sich selbst die Brote, nehmen sich ihre Portion aus den Schüsseln und tragen nachher das schmutzige Geschirr in die Küche. Und was noch viel wichtiger ist: Kinder lieben das Essen mit anderen Kindern. Hier wird geredet, gelacht, sich wohl gefühlt und viel Neues entdeckt. Tischregeln, das Gewöhnen an unbekannte Lebensmittel und der Genuss beim Essen – all dies lernt sich so ganz spielerisch wie von selbst. Die Erzieher und Erzieherinnen übernehmen hier als Vorbilder für die Kinder eine ganz wichtige Rolle.

Das Mittagessen bestimmt die Ernährung des restlichen Tages

Die meisten Kinder haben besonders mittags großen Hunger und lieben es, etwas Warmes zu essen. Viele Einrichtungen bieten daher ein warmes Mittagessen an.

Nicht immer entsprechen die Mahlzeiten jedoch den Empfehlungen einer ausgewogenen Kinderernährung. So sind die angebotenen Essens- und Energiemengen pro Kind oftmals zu hoch, die Nährstoffqualität ist eher zu gering. Fleischgerichte werden in der Regel wesentlich häufiger als empfohlen angeboten, während Gemüse-Rohkost oft zu kurz kommt. Dies sollte mit den Mahlzeiten zu Hause ausglichen werden. Erkundigen Sie sich deshalb immer bei Ihrem Kind, was genau es zu Mittag gegessen hat und ob es geschmeckt hat. Mit Ihrem Kind gemeinsam sollten Sie dann überlegen, was und wie viel es als Nachmittagssnack und zum Abendessen bekommt.

Gab es zum Beispiel mittags Fleisch, kann es abends eher etwas ohne Fleisch oder Wurst geben, beispielsweise ein Brot mit Käse und Rohkost. Sind Gemüse und Salat am Mittag zu kurz gekommen, kann dies mit dem Abendessen ebenfalls ausgeglichen werden. Wurde in der Einrichtung ein Kindergeburtstag mit Kuchen gefeiert, bietet sich als Nachmittagssnack eher etwas Kleines an, zum Beispiel ein Joghurt oder Obstsalat. Wenn Sie abends für sich und den Rest der Familie warm kochen möchten, sollte die Mahlzeit Ihres Kindes hier schwerpunktmäßig Gemüse enthalten. (Stand: 6.11.2016)